Panzerkampfwagen I Ausführung B ( Sd. Kfz. 101 )

5. Pz. Div. / Polen, September 1939 Im Maßstab 1:72

Von Andreas Malsch

 

Das Vorbild

Nach der Niederlage im I. Weltkrieg verbot der Versailler Vertrag Deutschland die Wiederaufrüstung mit Panzern. Nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus forcierte dieser sofort die Wiederbewaffnung und Aufstockung des Heeres. Die deutschen Militärs erkannten früh die enorme Wichtigkeit von Panzerkampfwagen für einen schnellen Bewegungskrieg. Unter der Tarnbezeichnung „Landwirtschaftlicher Ackerschlepper ( LAS )“ begannen 1933 die Entwicklungsarbeiten am Pzkw I. Zunächst wurde der Panzerkampfwagen I Ausführung A in einer Stückzahl von 477 Fahrzeugen gebaut. Eine Weiterentwicklung war jedoch unumgänglich. Somit erschien 1935 die Ausführung B des Pzkw I. Hauptsächlich erfolgten die Änderungen am Laufwerk und Motorraum. Die Motorleistung betrug nun 100 PS, das Fahrzeug hatte zwei Mann Besatzung. Dagegen viel die Panzerung relativ schwach aus. Bewaffnet war das Fahrzeug mit zwei MG 13 ( Dreyse ).

Vor Ausbruch des Krieges wurde der Pzkw I massenhaft auf NS-Kundgebungen, Manövern und Volksfesten präsentiert, um in alle Richtungen die neu erworbene Stärke zu offerieren.

Des weiteren diente das Fahrzeug als Ausbildungsgerät, erste behelfsmäßige Panzerjäger- und Infanterieunterstützungsselbstfahrlafetten wurden auf dem Fahrgestell entwickelt.Jedoch glaubte niemand ernsthaft daran, mit diesen kleinen Fahrzeug an den Feind gehen zu müssen. Und doch wurde der Pzkw I bis Ende 1941 eingesetzt.

 

Das Modell

Mein Diorama stellt einen Panzerkampfwagen I Ausf. B der 5. Panzerdivision in Polen 1939 dar.

Das Fahrzeug fährt gerade durch eine zerstörte Ortschaft. Der Kommandant fühlt sich recht sicher und steckt seinen Kopf durch die Luke. Für das Modell des Pzkw I habe ich zwei Bausätze verwendet, zum einen das 1:72er von ESCI, zum anderen das 1:76er von Fujimi. Begonnen habe ich den Zusammenbau mit dem unteren Teil der Wanne von ESCI. Somit hatte ich die genauen Abmaße für ein 1:72er Modell, denn für den Panzerkasten und Motorraum verwendete ich das Fujimi Oberteil. An der vorderen, schrägen Panzerung musste nun ein ca. 3 mm breiter Spalt verspachtelt werden.

Auch für den Turm verwendete ich das entsprechende Fujimi-Teil. Ein vorheriger genauer Vergleich zwischen den ESCI und Fujimi Teilen ergab, dass diese die gleichen Abmessungen hatten, jedoch die Teile von Fujimi besser detailliert waren.

Die Turmluke wird erst nach dem lackieren montiert.

Es ist zu beachten, dass das rechte MG etwas nach hinten versetzt zu montieren ist.

Am Aufbau selbst wurde das Werkzeug zum Teil etwas überarbeitet, Scheinwerferkabel wurden ergänzt. Das lange u-förmige Profil, welches der Ablage der umgelegten Antenne diente, habe ich aus entsprechenden Plastikstreifen selbst erstellt. Die vorderen runden Schmutzfänger habe ich entfernt, das Ende der Kettenabdeckung musste dann jedoch dünner gefeilt werden. Der Auspuff wurde überarbeitet, das Endrohr aufgebohrt. Am Fahrzeugheck wurde eine Nebelwurfanlage im Eigenbau ergänzt. Die feinen Kettchen stammen von einem alten 1:35er Fotoätzteilesatz.

Für das Fahrwerk wurden Stütz- und Laufräder des ESCI Modells verwendet. Das Leitrad, sowie das Antriebsrad stammen vom Fujimi Bausatz, weshalb ich wiederum die wesentlich feinere Nylonkette von Fujimi verwenden konnte. Das ESCI Modell besitzt zwar eine Plastikkette aus Einzelgliedern und Segmenten, diese ist jedoch recht grob. Ein genaues Anliegen der Kette an Leit- und Antriebsrad, sowie das Durchhängen der Kette zwischen den Stützrollen erreicht man folgendermaßen. Genau mittig zwischen die Stützrollen, Leit- und Antriebsrad, sowie Kettenabdeckung steckt man entsprechend starke Streichhölzer. Dann stellt man das Fahrzeug auf den Tisch ab und beschwert es vorsichtig. Ein paar Gramm reichen da schon aus! Dann klemmt man entsprechendes Kantholz unter die Kette kurz nach Leit- und Antriebsrad. Dieses „spannt“ die Kette, wie es bei einem fahrenden Panzer üblich ist. Die Kette wölbt sich dann nicht mehr so stark nach außen. Nun muss die ganze Sache nur noch vorsichtig, wie gesagt vorsichtig, mit einem Fön erwärmt werden. Stellt sich nach dem ersten Versuch der gewünschte Effekt noch nicht so richtig ein, einfach noch einmal wiederholen. Dieses Verfahren der Ausrichtung von Nylonketten habe ich zuerst an einem uralten 1:35er Italeri Modell ausprobiert.

Nach dem das Modell komplettiert wurde, erfolgt die Bemalung. Das Fahrzeug wird komplett Panzergrau H 67 lackiert. Danach folgt ein Washing mit stark verdünnter braun-schwarzer Ölfarbe. Der Auspuff wird mit H 113 grundiert und anschließend mit rotbrauner Pastellkreide bemalt, da dieser schön rostig aussehen sollte.

Das gesamte Fahrzeug wird mit aufgehellter Grundfarbe trockengemalt, stark beanspruchte Kanten am Fahrzeug ziehe ich mit einem weichen Bleistift nach. Dies ergibt einen sehr natürlich aussehenden metallischen Glanz. Nach entsprechender Bemalung des Werkzeugs werden noch die Markierungen aufgebracht. Diese sind zum Teil von Hand gemalt. So wurden z.Bsp. Die großen weißen Balkenkreuze mit gelb-brauner Farbe abgetönt.Im Polenfeldzug beschmierten die Besatzungen diese weißen Balkenkreuze oft mit Erde, Schlamm oder Farbe, da sich schnell herausstellte, dass diese Balkenkreuze gute Zielmarkierungen für die Polen waren. Zum Abschluss der Bemalung wird das Fahrzeug noch mit Pastellkreide eingestaubt und mit matten Klarlack versiegelt.

Kurz zum Bau des kleinen Dioramas.

Die Figur ist ein Umbau bestehend aus ESCI-Teilen. Ein Bilderrahmen wurde auf eine Holzplatte geklebt, lackiert und ein entsprechendes Messingschild angebracht. Die Pflasterstraße stammt aus dem Modelleisenbahnbedarf, die Ruine von SF-Modellbau, einer Firma für 1:72er Dioramenzubehör. Leider gibt es die Firma in dieser Form nicht mehr. An der Ruine wurden die Fensterrahmen ergänzt, die Glasscherben sind klare Plastikteile. Der Schutt ist zum Teil echt, von einem alten Gebäude abgeklopft, zerkleinert und mit Weißleim fixiert.

 

Literaturquellen

Walter J. Spielberger, Motorbuchverlag: Die Panzerkampfwagen I und II und ihre Abarten

Ledwoch Band 10: Panzer I

Squadron / Signal Publication, Nr. 2010: Leichte PANZERS in Action

Waffenarsenal Sonderband S 48, Podzun-Pallas Verlag: Panzer I und seine Abarten

Diverse Artikel in Modellbauzeitschriften: Kit, Modellwelt, Modell Fan